Mi 07.11. um 13:30 Uhr #Mietenwahnsinn Live im Gerichtssaal — Teil 2!

Diesmal: Ist das noch Eigenbedarf oder soll da schon entmietet werden?

Man hört ja viel vom Mietenwahnsinn, hier könnt ihr ihn nun wieder live on Stage erleben. Der Plot: Kurze Zeit nachdem Anna einer Mieterhöhung
widersprochen und ihre bestehende Miete als zu hoch gerügt hat, meldet die Vermieterin, von Beruf Anwältin und Eigentümerin von mehreren Immobilien und einem Anwesen im Grünen, bei Anna Eigenbedarf an. Und das auf eine unrenovierte 2-Zimmerwohnung ohne Bad und ohne fließend Warmwasser, die in Nord-Neukölln im 1. Stock zur Straße hin liegt, direkt über einem Späti. Warum das denn, fragt ihr euch? Will die etwa da einziehen? Sie brauche eine Zweitwohnung in der Stadt mit einem günstigen Mietzins, sagt die Eigentümerin, da sie nur eine geringe Rente zu erwarten habe. Ok, sie ist Anwältin und besitzt ein paar Immobiien, da kann einem schon mal das Geld ausgehen. Außerdem will sie zu ihrer Kanzlei wohl nicht immer so weit fahren müssen.

Es macht schon etwas stutzig, dass die Eigentümerin ihren Wohnstandard derart anpassen und in eine unrenovierte Altbauwohnung mit einer Dusche in der Küche einziehen will. Ob ihre Eigenbedarfsanmeldung vielleicht etwas mit der renitenten Mieterin zu tun hat? Das Amtsgericht Neukölln urteilte in der ersten Instanz, dass die Story glaubwürdig sei. Wir haben da unsere Zweifel.

Wer sich jetzt auch nur noch am Kopf kratzt und fragt, wo solches Schauspiel erneut zu bewundern sei, kommt am 7. November ins Landgericht in der Littenstraße, wo die Verhandlung gegen diese freche Vermieterin in die zweite Runde geht. (Bringt Personalausweise und ein bißchen Zeit mit. Aus strategischen Gründen ist gewünscht, dass wir die Show in Ruhe genießen.)

Und wer wissen möchte, warum wir der Eigentümerin einen Präsentkorb überreicht haben, der klickt hier

Ort: vor dem Landgericht, Littenstraße 12-17; Mitte —  Treffpunkt pünktlich um 12.45 Uhr

Solidarische Aktion Neukölln — Gemeinsam gegen den Stress von Jobcenter, Vermieterinnen und Chefs

So 14.10. ab 14.30 Uhr Großbeerenstraße: Kundgebung

Mietenwahnsinn widersetzen, #Besetzen, Schlafplatz-Orga, Zwangsräumung verhindern und WEM GEHÖRT KREUZBERG laden ein:

Zusammen gegen Mietenwahn im Großbeeren-Kiez!

Viele Gespräche rund ums besetzte Haus in der Großbeerenstraße haben in den letzten Wochen gezeigt, dass viele Nachbar*Innen durch steigende Mieten betroffen und unter Druck geraten sind. Es gibt jahrelangen Leerstand, miese Vermieter*Innen und Verdrängung.

Darüber wollen wir mit der Nachbarschaft, Mieter*innen-Gruppen und Initiativen ins Gespräch kommen, Erfahrungen und Perspektiven austauschen.

Es gibt Musik, für Kleinigkeiten zum Essen und Trinken ist gesorgt.
Kommt vorbei!

14.30-17.00 Wie organisiere ich Protest?
Infotische mit Mieter*innen-Initiativen- und Hausgruppen

15.00-16.00 Kiezspaziergang zum Postscheckamt
Die Aktionsgruppe Rigaer 71-73: Bericht über die CG Gruppe, Postscheckamt und HYMAT und wie sich die Planungen auf den Großbeeren-Kiez auswirken. Bringt Töpfe, Pfannen und Löffel zum Scheppern und Lärmen mit.

17.00-18.00 Podiums-Diskussion
mit offenem Mikro für alle: Meldet Euch zu Beginn am Podium.
Mieter*innen-Initiativen stellen beispielhaft vor, mit welchen Protest-Formen sie erfolgreich waren und wir überlegen gemeinsam, wie es bei Euch laufen könnte.

18.00-19.30 Filmvorführung „Ungleichland“
ARD/ WDR-Doku über die CG-Gruppe und Christoph Gröner.

19.00-22.00 Akut bedrohte Projekte stellen sich vor
Soli-Mucke von und mit der Schlafplatz-Orga: Bericht über Rassismus, Illegalisierung und Verdrängung von Migrant*innen auf dem Wohnungsmarkt und was dagegen getan werden kann.

Samstag 06.10. um 12 Uhr Café gegen Räumungen

Vom 04.-07. Oktober ist RabAZ in Köln, denn das dortige Autonome Zentrum soll abgerissen werden um einem Grüngürtel zu weichen. Kein Scherz. Im Hambacher Forst wird geräumt um einen viel größeren “Grüngürtel” für den Braunkohleabbau und die Profite von RWE zu zerstören.
Viele weitere Häuser und Projekte sind räumungsbedroht: Liebig 34, Potse/ Drugstore, Syndikat, Meuterei, die frisch besetzte Großbeerenstr.17a, HaSi (Halle), Black Triangle (Leipzig). Dazu kommen die Zwangsräumungen von täglich ca. 20 Privatwohnungen allein in Berlin. Es gibt viel zu tun!

Wir laden euch ein zu einem Brunch und Café. In Form eines World Cafés könnt ihr euch zu den verschiedenen Kämpfen informieren. Zudem stellen wir Farbe, Pinsel, Stoffe und weitere Materialien bereit um aktiv zu werden.

Ort: B-LAGE, Mareschstr. 1, Rixdorf/ Neukölln

Wir brauchen mehr selbstverwaltete, unkommerzielle Freiräume!
Zwangsräumungen verhindern!
Gegen die Stadt der Reichen!

RabAZ in jeder Stadt!

Dienstag 02.10. um 18:30 Uhr Treffen der Nachbarinnen und Nachbarn in der Großbeerenstr.17a

Ideensammlung & Weiterentwicklung

Am Dienstag 02.10.2018 um 18:30 treffen sich wieder interessierte Nachbarinnen und Nachbarn in der Großbeerenstr.17a, um Ideen für die Bespielung des besetzten Hauses zu sammeln und weiter zu entwickeln, wie z.B.:

• ein Nachbarschaftsraum für Vernetzung, Austausch & Wissensweitergabe zu aktuellen mietenpolitischen Themen
• ein Straßenfest der Nachbarinnen und Nachbarn, das Gemeinschaft und Sichtbarkeit schafft

Kommt vorbei und mischt mit!

Sonntag 30.09. ab 13 Uhr Soli-Brunch vor der Großbeerenstraße 17A

Nach einer kleinen Pause, machen wir wieder unseren monatlichen Soli-Brunch.

Doch dieses mal nicht wie gewohnt im leider geräumten Kiezladen Friedel54, sondern vor der frisch besetzten Großbeerenstraße 17A in Kreuzberg.

Ab 13:00 Uhr gibt es warme und kalte Speisen (vegetarisch und vegan) und Getränke.
Wenn ihr motiviert seid, könnt ihr gern noch Essen und Trinken mitbringen — je mehr es gibt, desto besser

Der Eintritt ist frei, um eine kleine Spende wird jedoch gebeten. Die Einnahmen des Brunches gehen an Freiraum-Strukturen.

Friedel im Exil

Samstag 29.09. um 18 Uhr Demonstration Liebig34 verteidigen!

Ein Stachel im Fleisch des Kapitals

Das Hausprojekt Liebig34 ist mit anderen Häusern und Initiativen im Friedrichshainer Nordkiez Teil des Widerstandes gegen Aufwertung und Verdrängung. Immer wieder lodern dort Kämpfe gegen die kapitalistische Stadt und deren Vertreter*innen von Eigentum, Politik und Polizei auf. Der Widerschein der Kämpfe ist in der ganzen Stadt gern gesehen und die Freude bei unzähligen Mieter*innen über den widerspenstigen Nordkiez ist groß. Die Liebig34 ist Teil dieses antikapitalistischen Widerstandes aber auch noch etwas eigenes. Etwas eigenes als anarcha-queeres Hausprojekt in feministischer Selbstverwaltung. Aber eben nicht zurückgezogen als bloß antipatriarchales Projekt sondern eingebettet in die Kämpfe gegen Gentrifizierung, Staat und Kapitalismus!

Gegen die Stadt der Reichen und ihre Unterstützer*innen in der Politik

Wie viele andere Hausprojekte in Friedrichshain ist die Liebig34 ein Überbleibsel der Häuserkämpfe der 1990er Jahre. Damals wurde das Haus mit einem Pachtvertrag legalisiert. Dieser läuft im Dezember 2018 aus und der Eigentümer Padovicz will ihn nicht verlängern. Padovicz ist ein Paradebeispiel für den Ausverkauf der Stadt an wenige Reiche. Und er ist ein Paradebeispiel dafür wer die Bedingungen dafür schafft — die Politik. Kommunale Wohnungsbaugesellschaften warfen Padovicz ganze Wohnblöcke zu Spottpreisen hinterher und der Berliner Senat überschüttete ihn jahrelang mit Sanierungsförderungen. Die Politik wollte eine Stadt mit schön sanierten Häusern mit schönen, reichen Menschen drin und nicht mit armen Schluckern. So wie heute auch, nur, dass die Politik heute Krokodilstränen über die hohen Mieten vergiesst und uns mit Beruhigungspillen wie der „Mietpreisbremse“ ruhigstellen will.

Wir sind nicht blöd — wir sind solidarisch!

Aber wir wissen wer die Stadt aufkauft und damit Profit macht und wir wissen auch wer die Vorraussetzungen dafür schafft. Und das wissen auch die meisten Mieter*innen. Zumindest wissen sie mit wem sie solidarisch sind. Das merken wir bei jeder Blockade einer Zwangsräumung. Die Nachbar*innen sind solidarisch mit den Zwangsgeräumten, nicht mit den Eigentümern, Gerichtsvollziehern, Politik oder der Polizei. Mieter*innen sind solidarisch und vernetzten sich. Sei es in Häusern, in Nachbarschaften oder bei gleichen Eigentümern wie Akelius, Deutsche Wohnen und eben auch Padovicz. Hohe Mieten und Verdrängung haben eben auch ihr Gutes. Denn an der Mietenfrage offenbart sich die ganze Barbarei des Kapitalismus: ein existenzielles Bedürfnis wie das nach einer Wohnung wird von Eigentum und Profitmacherei einfach plattgewalzt. Aber aus dieser Zumutung erwachsen eben auch Widerstand, Solidarität und direkte Aktionen. Und die Leidenschaft, die herrschenden Verhältnisse komplett umzuwerfen!

Alle auf die Straße am 29.09. — Liebig34 verteidigen!

Ort: Wismarplatz, Friedrichshain

Mehr Infos: liebig34.blogsport.de und padowatch.noblogs.org