01.03.2019: Zur aktuellen Situation in der Großbeerenstr.17A

Die Eigentümerin Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (ASW) der Großbeerenstr.17A hat die mit dem 08.September 2018 vereinbarten Gespräche abgebrochen und setzt scheinbar auf die Räumung des Hauses

Mit der Besetzung des leerstehenden Wohnraums in der Großbeerenstr.17A haben wir erreicht, dass wir eine Wohnung vertraglich zwischennutzen können. Wir fordern weiterhin eine zweite Wohnung als Nachbarschaftstreff, die von der ASW im September 2018 zugesagt wurde.

Unser Ziel ist, dass das Haus an die Hausprojektgruppe G17A übertragen wird um das Haus dem Spekulationsmarkt zu entziehen und gemeinschaftliches Wohnen zu organisieren.

Darüber hinaus wollen wir solidarischen Wohnraum schaffen für Menschen die auf dem regulären Wohnungsmarkt keine Chancen haben eine gute und bezahlbare Wohnung zu bekommen sowie in den Gewerberäumen nachbarschaftliche, nichtkommerziell genutzte Räume mit der Nachbarschaft gemeinsam organisieren.

Nach vier gemeinsamen Gesprächsrunden von September 2018 bis Januar 2019 über die jeweiligen Vorstellungen beider Seiten legt die Eigentümerin nun die Gespräche „auf Eis“ und stellt damit die Absprachen und Vereinbarungen in Abrede:

  • Die schon im September 2018 gemachte Zusage, eine zweite Wohnung für eine nachbarschaftliche Nutzung zu bekommen wurde nicht eingehalten.
  • Das Angebot seitens der Eigentümerin über ein mögliches Hausprojekt in einer Hälfte des Hauses offen zu reden wird damit beendet.
  • Die ASW begründet ihrer Schritt damit, dass die Gespräche für sie „nicht zielführend“ verlaufen und fordert auf, die Nutzung der vertraglich vereinbarten Wohnung umgehend zu beenden und diese bis Ende März zu verlassen.
  • Entgegen den Behauptungen der ASW liegen für die von ihr geplanten Umbauarbeiten keine Baugenehmigungen vor, es wurden noch nicht einmal von der ASW Bauanträge gestellt (Information aus der Bezirksverordnetenversammlung 30.01.2019)

Hausprojektgruppe G17A

30.10.2018 Solidaritätserklärung der 4. Vollversammlung der Akelius-Mieter*innen Berlin vom 28.10.2018 mit den Besetzungen in der Großbeerenstr.17A

Wir Mieter*innen erklären uns mehrheitlich solidarisch mit dem Hausprojekt Großbeerenstr.17A und fordern, den jahrelangen Leerstand zu beenden und den Besetzer*innen die leerstehenden Wohnungen zu übertragen.Wohnungen werden nicht aus Spaß oder Langeweile besetzt, sondern aus der Not heraus. Politik und Wirtschaft finden keinen Weg, den immer weiter schrumpfenden bezahlbaren Wohnungsbestand zu retten und auszubauen. Im Gegenteil: die Mieten steigen und steigen. Würde es genug bezahlbare Wohnungen geben, wären Besetzungen überflüssig.

Als Akelius-Mieter*innen wissen wir sehr genau, wie bezahlbarer Wohnraum immer knapper gemacht wird. Der Konzern ist Spezialist im Umgehen der Mietpreisbremse. Angebotsmieten von 30 bis zu 37 Euro pro m² sind bei Akelius – selbst im Milieuschutzgebiet – kein Kommafehler, sondern Realität.

Auch Leerstand kennen wir zur Genüge – sowohl vor den übertriebenen Modernisierungen als auch danach. Erst hängen die Wohnungen im Modernisierungsstau fest, dann sind sie zu teuer.

Dass Besetzungen ein legitimes Mittel gegen eine verfehlte Stadtpolitik sind, wissen wir noch aus den 80er Jahren. Wären damals nicht viele der zum Abriss freigegebenen Altbauhäuser instandbesetzt worden, wären weite Teile der traditionsreichen Innenstadt eine einzige Plattenbausiedlung geworden. Heute ist das Problem anders gelagert: Wird der bezahlbare Wohnungsbestand weiter schrumpfen, nehmen die sozialen Spannungen in der Stadt weiter zu, nebst den individuellen Tragödien. Doch Berlin soll weder eine Gated Community für Reiche werden, noch ein Museum – sondern ein Ort bleiben, an dem sich alle das Wohnen leisten können.

In diesem Sinne geht es den Besetzer*innen nicht um Radau oder kostenloses Wohnen, sondern um soziale Gerechtigkeit. Und in diesem Sinne erklären wir uns mehrheitlich mit ihnen solidarisch.

Akeliusmieter*innen

Pressemitteilung 24.10.2018: zur Absage der „Google Campus“-Pläne in Berlin-Kreuzberg

Mit Freude haben wir die — zumindest vorläufige — Absage des Google Konzerns zur Kenntnis genommen, in Berlin-Kreuzberg einen sogenannten „Google Startup Campus“ errichten zu wollen.

Zu dieser Absage sagt Ulrike Schneider, Aktivistin beim Initiativkreis „Google Campus & Co verhindern!“:„Google ist und bleibt ein Scheiß-Konzern, der seine Gewinne mit Überwachung, Ausschnüffelei, Zusammenarbeit mit Militär und Geheimdiensten sowie Steuertricks macht.
Wir werden Google & Co weiter angreifen und gleichzeitig Alternativen zu Google-Produkten breiter bekanntmachen.“

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Kundgebung vor der Großbeerenstr.17a — ein kurzer Rückblick vom Sonntagnachmittag, 14.10.

In kurzer Zeit, mit Unterstützung vieler helfender Hände, mit etlichen unterschiedlichen Redebeiträgen zu den verschiedenen stadtpolitischen Brennpunkten und kulturellen und kulinarischen Beiträgen wurde am letzten Sonntag eine längere Kundgebung vor der besetzten Wohnung der Großbeerenstr.17a durchgeführt.
Menschen aus der unmittelbaren Nachbarschaft, aber auch aus anderen Stadtteilen kamen über mehrere Stunden zusammen und gestalteten diesen Nachmittag bunt und informativ.

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13.10.2018: Aktueller Stand zur Großbeerenstr.17a

Am 04. Oktober 2018 gab es das erste Gespräch — ein „Vorgespräch“ hat es ja bereits am 10. September, also zwei Tage nach der Besetzung der leerstehenden Wohnungen, gegeben — zwischen Vertreter*innen der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH (die Aachener) und der Hausprojektgruppe G17a. Wir waren mit sechs Leuten vertreten; anwesend waren auch unser Anwalt sowie drei Politiker*innen (MdB, MdA und BVV), die moderierende und vermittelnde Funktionen hatten.

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(Ver)Mieter-Apell

Hier ein Text einer Mieterin, der im Nachgang der #Mietenwahnsinn-Aktionen entstand.

#dieGesellschaftsindwiralle

Ich schreibe diesen Apell als Betroffene, ehemals Wohnungslose und Autistin !

Kurz zu meiner eigenen Geschichte: ich bin 34, Aspergerautistin, nicht arbeitsfähig und habe von Oktober 2009 bis zum 1.11. 2016 in Esslingen am Neckar gelebt, wo ich mich das erste Mal im Leben zu Hause gefühlt habe.

Im April 2016 bekam die die Wohnungskündigung wegen Eigenbedarf. Damit ging ein Alptraum los, der bis heute, obwohl ich inzwischen wieder eine Wohnung habe (die allerdings im Alb-Donau-Kreis liegt), andauert. Mein altes, soziales Umfeld ist komplett weggebrochen und meine Gesundheit hat sehr gelitten durch die Gesamtsituation.

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Pressemitteilung 30.09.2018: Wohnungen in Friedrichshain besetzt – und rechtswidrig geräumt

Am Samstag gegen 20 Uhr besetzten queer-feministische Aktivist*innen in Solidarität mit dem Hausprojekt „Liebig34“ mehrere leerstehende Wohnungen im Weidenweg 63 (Berlin-Friedrichshain). Die Aktivist*innen forderten die Übergabe des Hausprojekts „Liebig34“ an ihre Bewohner*innen. Beide Häuser gehören der Unternehmensgruppe Padovicz . Der „Liebig34“ droht Ende 2018 die Räumung.

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Pressemitteilung 29.09.2018: Besetzung leerstehender Wohnungen im Friedrichshainer Nordkiez

update: Nach mehreren Stunden der Besetzung wurden die Besetzerinnen in der Nacht brutal von der Polizei geräumt.

Heute am 29. September 2018 haben queer-feministische Aktivistinnen im Friedrichshainer Nordkiez leerstehende Wohnungen der Unternehmensgruppe Padovicz besetzt. Diese Aktion schließt an #besetzten im Frühjahr diesen Jahres an, die sich der Wohnungspolitik des Senats entgegenstellen. Die Besetzung ist eine Solidaritätsaktion mit dem räumungsbedrohten Wohnprojekt Liebig34.

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Pressemitteilung 25.09.2018: Auch Pandion ist kein guter Nachbar

Ein neuer Nachbar hat sich angekündigt. Auf den zwei Grundstücken in der Prinzenstraße, Kreuzberg dort wo über 40 Jahre lang die Firma Robben & Wientjes in ihrem Stammsitz Umzugswagen verliehen hat, will die Pandion AG die Gewerbehöfe „The Shelf“ errichten. Im Zuge der Übernahme des Autoverleihers durch die Firma Buchbinder wurden die Grundstücke am Standort Prinzenstraße an Pandion verkauft — mit 1,85 Milliarden Euro Verkaufsvolumen inzwischen sechstgrößter Immobilienwickler Deutschlands.

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